Patrick Baum bleibt für weitere zwei Jahre beim TTC Frickenhausen. Darüber haben sich der Jugend-Weltmeister 2005 und der Verein vertraglich geeinigt. "Patrick hat sich sehr gut entwickelt und ist unter dem Einfluss von Trainer Qiu zu einer vollwertigen Kraft für die Mannschaft geworden", begründet Präsident Wohlhaupter-Hermann die Entscheidung aus Vereins-Sicht. Allein die Tatsache, dass der 19-Jährige Ende März in Belgrad sein Europameisterschafts-Debüt geben wird und auch für die Weltmeisterschaft in Zagreb (21. - 27. Mai) nominiert ist, zeigt, dass Patrick Baum auf dem Weg ist, sich an der Spitze des deutschen Tischtennis zu etablieren. "Er ist eines der größten Talente", bestätigt TTC-Manager Christopher Reuhl, der sich darüber freut, dass der Youngster im Neuffener Tal bleibt, obwohl er durchaus lukrative Angebote von anderen Vereinen hatte. "Patrick fühlt sich wohl in Frickenhausen und hat hier die Unterstützung und Anerkennung, die er bei seinem Ex-Club Gönnern nicht gefunden hat und um die er bei neuen Vereinen kämpfen müsste."
Beim TTC Frickenhausen hatte er von Anfang an einen Stammplatz, den er auch nicht einbüßte, als es zu Beginn der Saison nicht ganz so gut lief. 6:7 lautete die Bilanz der Hinrunde, doch Trainer Qiu vertraute auf das enorme Potenzial des Linkshänders. Das machte sich bezahlt. Spätestens seit der Rückrunde ist er zu einer wichtigen Stütze der Mannschaft geworden und kämpfte sich durch eine 8:1-Bilanz auf den sechsten Platz in der Tabelle des hinteren Paarkreuzes vor. Aus diesem Grund spricht der TTC-Präsident von einer bewussten Entscheidung: "Durch den Einfluss von Trainer Qiu wird sich Patrick weiterentwickeln. Wir werden mit ihm noch viele positive Erlebnisse haben."
Quelle: Pressemitteilung des TTC Frickenhausen / Tischtennis - Bundesliga - Pressedienst (Bericht: www.tischtennis.de 03/2007)
Borussia Düsseldorf scheint das große Los gezogen zu haben, die Konkurrenz muss sich in Geduld üben: Von 14 Bundesliga-Debütanten, die bisher in den zehn Vereinen im Einzel eingesetzt wurden, haben nur die Düsseldorfer Jun Mizutani und Bartosz Such eine positive Bilanz. Japans „Wunderkind“ Mizutani ist mit 7:2 Siegen der fünftbeste Spieler im hinteren Paarkreuz, und der Pole Bartosz Such hat sich mit 4:2 Erfolgen auch schneller akklimatisiert als von vielen erwartet.
Für Düsseldorfs neuen Cheftrainer Dirk Wagner kommt das alles nicht überraschend. „Bei Jun ist das auf keinen Fall ein Zufall, da wussten wir genau, welch enormes Potenzial er besitzt“, sagt der junge Vater. Such sieht der Coach von der Konkurrenz als voreilig unterschätzt an: „Wir hatten zweimal in der Champions League gegen seine Mannschaft gespielt und wussten, dass er die Möglichkeit hat, Bundesliga unten positiv zu spielen.“
Angesichts der Schwierigkeiten aller anderen Neulinge wundert es nicht, dass Borussias ärgste Rivalen Teams sind, die sich innerhalb der Bundesliga „bedienten“: der TTC Zugbrücke Grenzau und der TTC Frickenhausen. Während Grenzau mit der 8:3-Startbilanz des von Müller Würzburger Hofbräu gekommenen Tschechen Tomas Pavelka überaus zufrieden ist, sieht Frickenhausens Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann bei Bastian Steger (4:7) noch Steigerungsbedarf und macht deutlich, dass Patrick Baum (5:3) dreimal knapp in fünf Sätzen verlor und sogar noch eine weiße Weste haben könnte.
Spätestens jetzt dürfte der TTV Gönnern dem Jugend-Weltmeister nachtrauern, der die Hessen verließ, weil der Champions-League-Sieger ihm keinen Stammplatz garantieren wollte. Baum hat in Frickenhausen schon mehr Siege geholt als Gönnerns Bundesliga-Frischlinge zusammen. ...
(Bericht Tischtennis Inside (10/2006): Die BL-Neulinge)
Patrick Baum, ein äußerlich ernster, aber innerlich liebenswerter junger Mann.
Wenn man einen Menschen, in diesem Fall den Jugend-Tischtennis-Weltmeister Patrick Baum, offensichtlich nicht näher kennt, sollte man schon etwas vorsichtiger in der Einschätzung des Menschen Patrick Baum sein. Was ging in dem 18 Jahre alten Jugendweltmeister mit der Zelluloidkugel wirklich vor, als ihm der Rotary-Club Worms am letzten Samstag mit Urkunde und einem Scheck über 2500 Euro durch Professor Dr. Wilfried Jellinghaus, dem Wormser EX-OB Wilhelm Neuss und Notar Jochen Schwartner, den Ehrenpreis 2006 überreichte. Ein Ehrenpreis, der erstmals in der Geschichte des Wormser Rotary-Clubs einem jungen Sportler zuteil wurde.
Bevor Jochen Schwartner die Laudatio hielt, betonte Professor Dr. Jellinghaus nach Förderpreisen für Musiker, Maler, Gesang, Bildung usw., sehr bewusst einen jungen Sportler im Zeichen einer immer mehr zunehmenden Unbeweglichkeit junger Menschen ausgewählt zu haben. „Patrick Baum, Sie sind ein Vorbild für diese jungen Leute, nicht nur mit mangelnder Bewegungsfreundlichkeit sondern auch ein Anreiz zu wissen, dass man auch im und mit dem Sport in jungen Jahren Außergewöhnliches zu leisten weiß. Ein junger Sportler, der erstmals in der Geschichte des Deutschen Tischtennissportes einen Weltmeistertitel bei den Junioren nach Hause holen könnte. Da dürfte eher bei der Laudatio wie ein Zeitraffer die letzten zehn Jahre an dem äußerlich sehr ernsthaften Flörsheim/Dalsheimer, aber innerlich sehr warmherzigen jungen Sportler vorbei gezogen sein, der einst auszog schon als Achtjähriger sich in Siegerlisten einzutragen.
Aber auch in ganz jungen Jahren schon einmal erklärte, keine Lust mehr zu haben. Doch war dies nur eine ganz kurze Phase in einer im positiven Sinne „Tischtennis verrückten Familie“. Vater und Mutter, sowie älterer Bruder sind und waren im Tischtennissport bekannte Größen. Es dürfte gerade ein Jahr her sein, dass der Chronist mit Vater Artur Baum über seinen jüngsten Sohnemann sprach und der Vater auch noch nicht so recht wusste, wann und wie bei „Patti“, wie ihn seine Freunde nennen, der Knoten zu ganz großen Taten folgen sollte. Denn es ist auch im Sport unbestritten, dass der Grad zwischen Erfolg und ewigem Talent sehr schmal ist. Man braucht im Sport auch ein so genanntes Aha-Erlebnis, den letzten Tick auch den letzten entscheidenden Punkt in einem Entscheidungsspiel „Spitze auf Hacke“ setzen zu können. Dies ist Patrick Baum im letzten Jahr mit dem WM-Titel gelungen. Deshalb war es ihm auch alles andere als unangenehm am letzten Samstag in der Nikolaus-Doerr-Halle besonders im Mittelpunkt zu stehen. Dafür bringt er eine viel zu positive innere Einstellung und auch nötige Gelassenheit mit sich. Auch der Umgang mit den Medien wird Patrick Baum in seiner Einstellung nicht ändern und schon rechtzeitig und direkt sagen, wenn es ihm einmal zu viel ist. Sein „Pokerfacegesicht“, in dem keiner seiner Gegner ablesen kann was kommt oder nicht, ist eine große Stärke von Patrick Baum und das soll auch so bleiben, beim mittlerweile Neunten der DTTB-Rangliste.
Welchen Spaß und Schlitzohrigkeit Patrick Baum beim Tischtennisspiel besitzt, der konnte dies aufmerksam beim Showdown gegen den deutschen Weltklassespieler Torben Wosik beobachten, der mehr als einmal trotz allem Spaß nur den Kopf schütteln konnte, wie er vom Junioren-Weltmeister ein um das andere Mal ausgetrickst wurde. Deshalb sollte man sich hüten einen jungen Sportler pauschal und ohne nähere Kenntnisse mit einem etwas negativen Urteil zu versehen. Patrick Baum weiß schon selbst am besten mit seinem gestiegenen Bekanntheitsgrad umzugehen. Nur freut er sich nun einmal mehr nach innen und am Samstag war er echt berührt. Auch über das ganze sportliche Event, das ihm der SV Leiselheim mit seinem Wilder-Abteilungsleiter Jürgen Jaap mit seinem stets etwas die Zelluloidkugel flach haltenden Vater Artur Baum bereitet hatte. Nur traurig, dass vom gesamten Tischtennis-Kreisvorstand Worms sich keiner der Verantwortlichen in der Nikolaus-Doerr-Halle davon überzeugte, wie man eine so genannte Randsportart wie Tischtennis positiv verkaufen kann. Die vielen Kinder und Jugendlichen hatten jedenfalls ihren großen Spaß daran und so mancher dürfte auch wohl seinen Eltern auf der Pelle liegen, ihm nicht nur einen Tischtennisschläger zu kaufen, sondern auch in einem Verein spielen zu dürfen. Da gibt es doch einige Vereine im Stadtgebiet, nicht nur beim SV Leiselheim und drumherum, die diesbezüglich gute Jugendarbeit betreiben.
(Bericht aus dem Nibelungen-Kurier vom 13.06.2006; Text: Klaus Diehl)
Sieg bei der Jugend-Einzel-Weltmeisterschaft in Linz/Österreich
Tischtennis-Deutschland steht Kopf und hat seinen ersten Einzel-Weltmeister. Bei den Jugend-Weltmeisterschaften sorgte der Flörsheim-Dalsheimer Patrick Baum, der in der Bundesliga für den TTV Gönnern spielt, für die absolute Sensation.
Konnte er sich doch im Finale des Jungen-Einzel gegen den Japaner Jun Mizutani in einem sehr hochklassigen, spannenden und dramatischen Match mit einem 4:3-Sieg nach Sätzen durchsetzen. Nach Bronze mit der Mannschaft, wo Patrick Baum das entscheidende Spiel zur 2:3-Niederlage im Halbfinale gegen den 14 Jahre alten Chinesen Liu Kwon knapp verlor, konnte man wahrlich nicht mit diesem WM-Sieg unbedingt rechnen, zumal er im Doppel mit seinem Partner Dimitrij Ovtcharov im Achtelfinale ausschied. Doch „Patti”, wie ihn alle rufen, hatte diese Niederlagen bestens weg gesteckt und lieferte sich mit dem Japaner ein unglaublich dramatische Partie.
So lag er im ersten Satz bereits mit 4:9 zurück, erkämpfte sich sodann sechs Punkte in Folge und gewann diesen ersten Durchgang mit seinem zweiten Satzball 12:10. Nach diesem ersten Satz auf einem sehr hohen Niveau steigerte sich der 16-jährige Japaner im zweiten Durchgang, suchte immer wieder die Rückhand von Patrick Baum und gewann mit 11:6. Noch war nichts entschieden und alles offen. Patrick Baum versuchte im dritten Satz nun risikoreicher zu spielen und setzte dies auch entsprechend in die Tat um. Jetzt sahen die Zuschauer in der Linzer Intersport Arena ein Spiel auf des Messers Schneide mit vielen Atem beraubenden Ballwechseln. So musste der spätere Weltmeister zwei Satzbälle des Japaners abwehren, konnte anschließend zwei eigene Satzbälle nicht nutzen, doch mit zwei knallharten Vorhand-Topspin sicherte er sich den 3. Satz mit 15:13. Ein herber Rückschlag für den Japaner, der im vierten Satz mit 3:7 in Rückstand geriet. Da hätte Patrick Baum eigentlich schon für eine Vorentscheidung sorgen können. Doch er ließ in einer kurzen unkonzentrierten Phase den Japaner wieder in das Spiel kommen, der dies zum 8:8-Ausgleich nutzte. Der spätere neue Weltmeister brachte zwei Aufschläge aber zu einer 10:8-Führung durch. Großes Pech, als sein Gegner den zweiten Satzball mit einem Kantenball abwehren konnte. Aber Patrick Baum erspielte sich drei weitere Satzbälle, die der Japaner aber furios auskontern und letztlich diesen vierten Satz auch mit 15:13 gewinnen konnte. Die vielen vergebenen Chancen schienen im fünften Satz bei Patrick Baum Spuren hinterlassen zu haben. Doch nach einem 3:8-Rückstand startete er eine furiose Aufholjagd und hatte nach sieben Punktgewinnen in Folge beim Stande von 10:8 zwei Satzbälle. Nachdem der Japaner den Ersten erneut mit einem Kantenball abgewehrt hatte, nahm Jungen-Bundestrainer Istvan Korpa eine Auszeit. Sein Schützling fing sich dadurch wieder, verwandelte seinen zweiten Aufschlag mit einem Vorhand-Topspin zum 11:9 im fünften Satz. Ein Sieg im sechsten Satz und Patrick Baum wäre schon Weltmeister gewesen. Doch konnte er nur bis zum 6:6 das Spiel offen gestalten, ehe Mizutani sich klar zum 11:7-Satzgewinn absetzen konnte. Nun war Spannung pur angesagt - aber „Patti” zeigte keine Nerven und zog im siebten und alles entscheidenden Satz schnell auf 10:4 davon, ehe es für den Linkshänder doch noch einmal eng zu werden drohte. Doch den vierten von sechs Matchbällen konnte er nutzen. Mit einem Luftsprung fiel er dem Jugend-Bundestrainer Istvan Korpa in die Arme.
Dieser zeigte sich sehr beeindruckt. „So habe ich Patrick noch nie spielen sehen”, so dessen Urteil über den neuen Weltmeister. Patrick Baum wurde mit diesem Sieg Nachfolger des mittlerweile bei den Herren auf Rang 21 der Weltrangliste aufgerückten Chinesen Ma Long. Der neue Weltmeister und Weltranglistenzwölfte bei den Jungen machte nach seinen Enttäuschungen bei den Europameisterschaften, wo er sich schon etwas ausgerechnet hatte und bei den Europa-TOP-12-Spielen, endlich einmal den Schritt über einen schmalen Grad, der nun einmal bei einem Turnier der Weltbesten meist den Ausschlag gibt. Einen Schritt, den Vater Arthur Baum, seines Zeichens Verbandstrainer des Rheinhessischen Tischtennisverbandes, in der jüngsten Vergangenheit mit der nötigen Stabilität seines Sohnemannes vorhanden sah, wenn es um die absoluten Bigpoints ging. In Linz hat es „Patti” nun aber geschafft! Und Tischtennis-Deutschland hat endlich seinen ersten Einzel-Weltmeister. Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis ein junger Sportler von 18 Jahren verarbeiten kann, was er in Linz geleistet hat. Spielerisch und kämpferisch eine fantastische Leistung, denn der Japaner ist trotz seiner erst 16 Jahre schon ein sehr kompletter Spieler, der im Endspiel alles versucht hatte. Doch an diesem Tage war letztendlich Patrick Baum der Bessere. Er hatte auch Recht in seiner eigenen Vorhersage zu diesem Finale, dass es mit Sicherheit schwerer werden würde als das Halbfinale gegen den Taiwanesen Sheng-Sheng Huang, den er klar in vier Sätzen mit 4:0 besiegen konnte. Im Viertelfinale hatte er zuvor den Russen Kirill Skachkov mit 4:1 ausgeschaltet, derweil er als Vorrunden-Gruppensieger im Achtelfinale gegen den in China geborenen Türken Jiang Pengfei, den Schüler-Europameister des Vorjahres, mit 4:2 gewann. Das war ein mehr als gelungener Abschluss der Jugendkarriere von Patrick Baum. Nun gilt es sich im Konzert der Aktiven-Weltklasse zu behaupten.
Man darf gewiss sein, dass es von „Patti” noch viel sportlich Positives zu erfahren gibt.
(Bericht aus dem Nibelungen-Kurier vom 20.12.2005)
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Die Berichte geben einen ungefähren Überblick der TT-Karriere von Patrick in
chronologischer Reihenfolge. Neue Berichte werden bestimmt folgen. Man
darf gespannt sein ...
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